
Modestadt London
London ist das absolute Mekka für Modegurus und Designergötter. Alles, was Rang und Namen hat, hat irgendwann einmal die Catwalks der Stadt mit seinen Kollektionen, Entwürfen und Modellen unsicher gemacht. In Zahlen ausgedrückt, heißt dies konkret, dass - in ganz England - zweihundert Designerunternehmen einen Jahresumsatz von sechshundert Millionen Dollar zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.
Aber die hard facts der Modewelt sind natürlich nicht das Wichtigste. Ein Hauch von Glanz und Glamour erstrahlt beispielsweise immer dann besonders, wenn alljährlich die London Fashion Week die latest news für die Schönen und Gestylten präsentiert. Die Straßen, Shops und in diesem Jahr sogar die Parkhäuser verwandeln sich dann in Laufstege. Man kommt - noch weniger als sonst - einfach nicht am Thema Mode vorbei. Auf den Parkdecks des Kaufhauses Selfridge ließ Peter Pilotto seine Models die Kreationen aus einem ungewöhnlichen Materialmix zeigen. Tweed aufgewertet durch Leder-Applikationen, Strick mit Pelzbesätzen. Das Deck wurde mitten im Februar eingehüllt in die Farbpalette des kommenden Herbstes Orange, Braun, Rot, Beige und Grau. Auch das Somerset House war Treffpunkt für das präsidiale modische Muss, denn Basso und Brook kleiden mit ihren Kollektionen unter anderem First Ladies wie Michele Obama ein. Hier dominierten vor allen Dingen digitale Print-Elemente in Kombination mit tiefen Rückenausschnitten und bequemen Formen.
Was wäre die Modemetropole London ohne tausend Gelegenheiten zum Shoppen? Stilecht, extravagant, individuell, schräg, punkig, trendy - nichts, was es nicht gibt. Vom Catwalk ins Schaufenster - die Straßen von London sind voller Mode, man muss nur zugreifen. Alle namhaften Labels sind vertreten. Tierfreundlich und entsprechend pelzlos geht es beispielsweise im Flagship-Store von Stella McCartney zu, die sich auch als Designerin für Gucci einen Namen gemacht hat. Vintage-Liebhaber hingegen werden am Greys Antique Market bei im Trendladen 'Vintage Mode' mit Sicherheit fündig. Vor allen Dingen das passende Accessoire, Handtaschenunikate und Schuhe mit dem besonderen Etwas laden hier zum Zugreifen ein. Neben den Etablierten gibt es natürlich in London auch noch die Newcomer, die mit zähem Ehrgeiz und Nächten voller Schweiß, Reißbrettern und Farbstiften die Modewelt mit ihrem Look zu prägen suchen.
Gut im Trend in London liegen die modischen FitFlops. Die patentgeschützte Mittelsohle dieser besonders bei Damen beliebten Sandalen wurde von Biomechanik-Experten an der Londoner South Bank Universität entwickelt. FitFlops, die ursprünglich primär bei von chronischen Rückeneschwerden geplagten Menschen für Besserung sorgen sollten, entpuppten sich als Verkaufschlager und sind mittlerweile in vielen originellen Designs und Ausführungen zu haben.
Ein weiteres stark trendiges Accessoire ist die so genannte Nerd Brille, ein an die gute alte Hornbrille angelehntes Retro Design. 'Nerd' ist ein Begriff aus dem amerikanischen Englisch und heisst soviel wie 'Sonderling' oder 'Außenseiter'. Die breit gehaltenen Vollrandgestelle aus Acetat und die großen runden Gläser von Nerd Brillen erinnern augenblicklich an die Tarnidentität von Superman, den Reporter und Hornbrillenträger Clark Kent. Diese und andere Assoziationen an Filme und Serien aus den 50er und 60er Jahren sind schlichtweg beabsichtigt. Junge Brillenträger und Brillenträgerinnen haben diese klassischen Designs jetzt als neuen eigenwilligen Modestil für sich in Beschlag genommen und setzen so auch international Akzente.
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